Der Drive (Gedanken sind mir schnuppe)

geschrieben von goetterspeise | 20 Mai, 2007

Es gibt immer wieder Tage, an denen ich alles anzweifle. Und dann merke ich glücklicherweise irgendwann, dass ich gar nicht alles anzweifle, denn es gibt da noch etwas, an das ich glaube: mich.
Sicher stelle ich mich auch in Frage. Zum Beispiel frage ich mich an solchen Tagen, ob ich wirklich die nötigen Eigeschaften habe, um wissenschaftlich intelligente Arbeiten erbingen zu können. Zum Beispiel ist mein mittelfristiges Gedächtnis ziemlich mies. Ob ich intelligent bin, kann ich nicht beurteilen – aber ich bin kreativ und phantasievoll; das wiegt meistens auf. Ich bin ungeheuer gewissenhaft, toll, aber Selbstdisziplin allein macht eben kein Talent aus.
Anderseits halte ich Kreativität auch nur für die Eigenschaft, leicht stukturelle Ähnlichkeiten in sehr verschiedenen Dingen entdecken zu können - selbst dort, wo vielleicht keine Ähnlichkeiten auf den ersten Blick vorliegen. Intelligenz dagegen ist für mich die Eigenschaft, auch in sehr komplexen Strukturen nicht den Überblick zu verlieren – und das ist halt schwierig mit einem so engen mittelfristigen Gedächtnis, dass sich neue Muster langfristig erst durch Redundanz genügend tief in den Sand der Erinnerung einprägen.

Wie sehr ich auch hin und wieder – aufgrund von Rückschlägen – an mir zweifle, bleibt doch neuerdings immer die Gewissheit zurück, dass es nicht meine Aufgabe ist, die Richtigkeit dieser Zweifel zu beurteilen – also scheiß drauf. Was mich immer wieder vorantreibt, ist nicht die Vorstellung, etwas an mir zum Besseren verändern zu können, sondern die Vorstellung, allein schon durch die volle Präsenz mittelmäßiger Eigenschaften Interesse in anderne Menschen hinterlassen zu können. Interesse, Leidenschaft für etwas, und sei es auch nur Interesse für meine Leidenschaftigkeit.

Was mich also immer wieder vorantreibt, ist ein erotisches Verhältnis zur Welt, also ein nicht-platonisches. Letztlich ist mir Geistiges, sind mir Gedanken sowas von schnuppe, dass ich sie abstellen würde, wenn ich könnte. Ich bin mir absolut sicher, dass Gedanken nur der Nebeneffekt unseres materiellen Daseins sind, sozusagen der energetische Nachhall, die elektrische Restspur, welche Materie in ihrem raumzeitlichen Anordnungsvorgängen hinterlässt.
Ein Kuss, eine Berührung hat den körperlichen Effekt einer undefinierten thermonuklearen Explosion im Vergleich zu den nur berechenbaren Schäden, den die sich strategisch artikulierenden Heeresdivisionen geistiger Vernunft hinterlassen können. Ich spreche von den körperlichen Effekten! Synchronisiert Euren Verstand mal eben mit dem Eindruck, den Hitze oder Kälte, Hunger oder Schmerz, oder den ein Pheromon hinterlässt!

Ich bin also ein absolut körperlich zentrierter Mensch. (Auch wenn ich das nicht immer war.) Gespräche mit Männern finde ich überwiegend zu Tode langweilend, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, und diese Ausnahmen sind dann entweder von erotischer Natur oder dito, aber mit langer Freundschaft überspielt. Verhältnisse zu Frauen finde ich generell sinnlich (oder wenn nicht, dann total uninteressant), und Gespräche mit Frauen halte ich demzufolge für total überflüssig, weil sich beide Seiten hier noch mehr mit der Ineffizienz begrifflicher Wechselwirkungen herumquälen müssen.
Und das nicht, weil ich frauenfeindlich wäre oder eine menschenverachtende Grundhaltung hätte, sondern im Gegenteil: dahinter steht allein der ursprüngliche Wunsch nach effizienterer Kommunikation.

Nun lässt sich mit einigem Recht behaupten, diese Einstellung sei bloß die Konsequenz, die ich aus einem mir selbst attestierten Mangel an geistigen Fähigkeiten ziehe – dass ich also körperlich zu kompensieren suche, was mir vom Geiste her nicht gelingen will; dass ich mir also ein Motorrad mit über 120 PS für einen als zu klein empfundenen Verstand zulege. Das kann schon stimmen, allerdings fände ich es doch paradox (das hindert psychologisch gesehen nicht, ich weiß), wenn ich mir als Ausweg aus der intellektuellen Krise nur einen körperzentrierten ließe – wo ich doch aus eigener Erfahrung schmerzlich weiß, dass diese Eingleisigkeit böse nach hinten losgehen kann.

Aber vielleicht liegt gerade hier – im erkenntnistheoretischen Materialismus (nicht im ökonomischen) – wirklich ein ganzes Feld neuer Möglichkeiten der Selbstschöpfung offen, weil ich weiß, dass ich mich hier zwar auf unsicheres Terrain begebe (schließlich bin ich ja selbst von den oben beschriebenen unvorhersehbaren körperlichen Effekten betroffen), aber sowohl vermeintlich unübertreffliche Höhenflüge kenne ich hier ebenso wie das (subjektive) Gefühl des absoluten Versagens — so tief fallen kann ich nicht mehr, aber höher geht es wohl durchaus: reifer, selbstbestimmter und realistischer. Intellektuell kann ich mich noch betrügen, körperlich allerdings nicht mehr.

Das hört sich sehr ernst an, ist aber eigentlich sehr lustig. Ich jedenfalls muss herzlich grinsen, wenn ich von mir lese, dass ich Gespräche mit Frauen für total überflüssig halte. Hier nähert sich jemand der Liebe doch tatsächlich von zwei völlig gegenüberliegenden Seiten. Ich glaube nicht, dass eine Seite besser sei als die andere. Und wenn auf der einen Seite der Glaube an die universale Kraft romantischer Liebe steht, dann steht auf der anderen Seite nicht automatisch der desillusionierte Stumpfsinn 'reiner', 'gefühlskalter' Sexualität; darum geht es mir gar nicht. Wie gegensätzlich die Perspektive auch immer ist, letztlich bleibt der Gegenstand doch der gleiche.

Körper für Besucherzahlen

geschrieben von goetterspeise | 28 Apr, 2007

Julie Paradise nackt! Unglaublich. Toller Bauch. Und vom Höschen kann man schwerlich wegschauen. O man. Sommer.

Seit Julie und Björn ihre Seele ans Web verkaufen, wollte ich mich nicht lumpen lassen. Ich verkaufe meinen Körper für mehr Besucherzahlen. (Und dass Julie dieses Stöckchen schon vorab aufgenommen hat, war's doch allemal wert, oder?)

Herman Stein beim Bloggen

Notebook X10 von Samsung, Gürtel von H&M

VisualDNA

geschrieben von goetterspeise | 12 Apr, 2007

Meine DNS in Bild und Text. Triffts ziemlich gut. Und Eure?

Wer bin ich?

geschrieben von goetterspeise | 20 Feb, 2007

Björn hat's vorgemacht, ich machs nach:

Ich bin Gandi.
You are an emaciated do gooder. Perfection is important to you.

Mist, das triffts erschreckend gut (48 Fragen). Scheiß Perfektionismus - immer noch. Das nächste triffts dafür nicht so gut:

You are moderately social, calm, moderately organized, accommodating, and intellectual, and may prefer a city which matches those traits.
The largest representation of your personality type can be found in the these U.S. cities: Salt Lake City, Oklahoma City, Nashville, Tucson, Phoenix, Memphis, W. Palm Beach, Portland/Salem, Louisville, Cincinnati, San Diego, Los Angeles and these international countries/regions Slovenia, Luxembourg, India, Croatia, Romania, Taiwan, Middle East, China, Caribbean, Iceland, South Africa, Czech Republic, South Korea, Hong Kong

Via cityculture.org

Kühn

geschrieben von goetterspeise | 6 Jan, 2007

Im Hintergrund ganz laut läuft Keane, immer noch das erste Album, Hopes and Fears. Es geht runter wie Butter. Vielleicht, weil da keine Klampfe dabei ist. Und weil es richtig dick aufgetragen ist. Es schmeißt so bombastisch mit Gefühl um sich, das man bald nicht mehr wer weiß, wo oben und unten ist, wenn mans zulässt.

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Danke

geschrieben von goetterspeise | 30 Dez, 2006

Zum besinnlichen Rückblick ist mir Christi Geburt seit jeher lieber als der schnöde Jahreswechsel, der von Gregor XIII. im Herbst 1582 plötzlich per Bulle bekannt gegeben wurde - als anschließend an den Todestag von Papst Silverster I. Das Jahr beginnt wenn überhaupt an meinem Geburtstag. (Vielleicht bin ich ja insgeheim evangelisch und es also gewohnt, dass es bis zum 11. März 1700 verschiedene Jahresanfänge gab.)
Die Weihnachtstage sind für mich eine Zeit, in der ich nach vorwärts und rückwärts und nach hier schaue und mir Zusammenhalt wünsche. In der Familie, zwischen meinen Freunden, überhaupt überall wenn's geht.

Ich greife die Idee der Szlavin auf, um Euch so auf diesem Wege wenigstens etwas näher sein zu können. Sich gezeigt, dass man sich mag, wird ja viel zu selten, und ausgesprochen wirds wohl noch seltener. (Ich bin dagegen!) Für Euch:

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Liebesgedicht im egomanischen Zeitalter

geschrieben von goetterspeise | 18 Dez, 2006

Bevor ich meine Leser versauern lasse, schiebe ich lieber etwas älteres Zeug nach. Diesmal ein kleines Gedicht, drei Jahre alt, dass ich so wohl nicht mehr zustande bringen würde (ohne zu koksen).

Gäb ich dir einen Funken meines Sehnens
nach dir, würdest du
selbstverliebt
dir völlig allein genügen.

Ich find's immer noch sehr schön, gerade weil es so altruistisch Selbstverliebtheit verschenken will. Liebe im egomanischen Zeitalter eben. Geht das anders?

Depressionen sind sexy

geschrieben von goetterspeise | 27 Nov, 2006

Bei der Maischberger gab's am 14. November eine interessante Diskussion rund um das Thema Mobbing. Monika Stoitzner, eine Versicherungsangestellte und ein ehemaliges Mobbingopfer, antwortete auf die Frage, warum sie ihre Aggressionen denn dann nur gegen sich selbst gerichtet habe:

Das habe ich nicht getan, ich habe eine Depression ausgebildet und überlebt!

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