Korrelation oder Kausalität

geschrieben von goetterspeise | 29 Aug, 2007

Eigentlich hatte ich vor, was über die jüngste Reihe bei Telepolis zu berichten, in der neue Neuropsychologische Ergebnisse auf juristische Grundsatzfragen angewandt werden. Aber Ihr kennt mich und mein Blog, das hätte eh gedauert. Zufällig stoße ich eben auf das folgende Zitat von Lichtenberg. Ein anderes Thema zwar, aber ich bin wiedermal beeindruckt. Lichtenberg trifft es auf den Punkt, warum mich Literaturwissenschaft fasziniert, und das, ohne dass es zu seiner Zeit bereits universitäre Kunstwissenschaften gegeben hätte!

Einige Leute wollen das Studieren der Künste lächerlich machen indem sie sagen man schreibe Bücher über Bildchen. Was sind aber unsre Gespräche und unsre Schriften anders als Beschreibungen von Bildchen auf unserer Retina oder falschen Bildchen in unserem Kopf?

Lichtenberg (ca. 1775), in: Promies, D 448

Raumzeit im Kopf

geschrieben von goetterspeise | 12 Mär, 2007

Vielleicht beziehen die Dinge um uns ihre Unbeweglichkeit nur aus unserer Gewissheit, dass sie es sind und keine anderen, aus der Starrheit des Denkens, mit der wir ihnen begegnen.

Marcel Proust: In Swanns Welt. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Erster Teil. Deutsch v. Eva Rechel-Mertens. Frankfurt a. M. 21982, S. 12.

Weitergedacht: Wenn wir uns bewegen oder Dinge um uns, dann verändern wir die Perspektive auf diese Dinge — aber verwechseln wir hier nicht Wirkung und was Ursache? Bewegen sich die Dinge (oder wir uns) nicht vielleicht erst in dem Maße, in dem wir die Perspektive wechseln?

Bleib bei deinen Compendiies

geschrieben von goetterspeise | 31 Jan, 2007

Ein etwas vorschnippischer Philosoph, ich glaube Hamlet Prinz von Dänemark hat gesagt: es gebe eine Menge Dinge im Himmel und auf der Erde, wovon nichts in unsern Compendiis steht. Hat der einfältige Mensch, der bekanntlich nicht recht bei Trost war, damit auf unsere Compendia der Physik gestichelt, so kann man ihm getrost antworten: gut, aber dafür stehn auch wieder eine Menge von Dingen in unsern Compendiies wovon weder im Himmel noch auf der Erde etwas vorkömmt.

In Ermangelung eigener Beiträge gepostet von Georg Christoph Lichtenberg (Leitzmann L 153)

Selbstreferentialität

geschrieben von goetterspeise | 29 Jan, 2007

Ich habe soeben fast einen Liter Götterspeise zu zweit vertilgt (als zweiter Nachtisch nach etwas Mousse à la Vanille). Jetzt ist mir schlecht.

Kann aber auch sein, weil ich vor diesem Artikel noch den (meiner Meinung nach lesenswerten) Wikipedia-Artikel zu Kannibalismus gelesen habe. Kannibalismus scheint als kulturelle Form gar nicht zu existieren (und auch nicht existiert zu haben), sondern eine Erfindung des Okzidents zu sein, um sich darüber selbst definieren zu können. Die anderen, das sind die Kannibalen.

In diesem Sinne ist modern auftretender Kannibalismus (Haarmann, Kroll, Meiwes) dann die Anwendung dieses kulturellen Konstrukts auf sich, d. h. auf diese Kultur selbst, genauer: das Verzehren/Einverleiben eines Kulturkörpers - denn wenn dieser Körper keine kulturelle Idenität hätte, würde man nicht gerade ihn verzehren - ist zugleich die Verdinglichung/Verkörperlichung der kulturellen Idee (des Kannibalismus). Aber so viel will und kann ich da gar nicht zu vorstellen; mir ist immer noch schlecht.

Liebe, Identität und das Ding außer mir. Teil 1: Identität

geschrieben von goetterspeise | 4 Dez, 2006

Ich halte die geläufige Vorstellung von der Identität des Menschen (die auf der Trennung von Subjekt und Objekt basiert) für ein Hauptproblem der meisten näheren zwischenmenschlichen Beziehungen. Dies ist ein erster Teil. Der zweite Teil folgt demnächst. Wer sich das durchliest bekommt ein Eis.

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Am Anfang war das Wort

geschrieben von goetterspeise | 23 Nov, 2006

Guten morgen. Ich breite mich an dieser Stelle nicht weiter aus, sondern beginne gleichmal mit der Emanation:

Ach wie schön, dieser Seelenstriptease. Nicht nur Björn das Brot, auch andere Studenten laben sich daran, endlich mal etwas zum besten geben zu können. Die inneren Werte zählen wieder! (Darum hat meine Mitbewohnerin, sonst absolut Fotoscheu, auch gleich ihr Antlitz ins StudiVZ geladen: Anmelden und nach einer Berliner Medizinerin suchen ...)

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