Strato-Cumulus über Berlin
geschrieben von goetterspeise | 2 Jun, 2007Was macht man mit einem Tag, an dem der Himmel so dick und tief bewölkt ist, dass man keine große Lust zum Hinausgehen hat? An dem man bis zum Abend Zeit haben wird, weil davor nichts mehr ansteht? An dem der Kollege offenbar nicht mehr zu nerven geneigt scheint und der Posteingang in Thunderbird daher erstmal verschont bleibt? An dem auch kein gemütliches Beisammensein mit Lieblingsmitbewohnerin aufkommen kann, weil sie an einem Schmerz-Lehrgang teilnimmt (aus rein beruflichen, nicht s/m-chistischen Interessen)?
"Früher hat man träumend im Bett gelegen, heute googelt man." Google hab ich nicht angerührt, bin aber nochmals durch die Blogs meiner Liebsten gestöbert. Dann hab ich eine alte Platte ausgekramt, die ich schon vermisst geglaubt hatte. Sie zaubert mir gerade aus alten Spielkonsolesounds einen feinen elektronischen Beatnebel, der durch die Wohnung zieht.
Ich werd mir gleich Brötchen holen und Kaffee kochen, und die Sonne kommt jetzt auch schon raus. Vielleicht sollte ich mal wieder meine schriftstellerischen Ambitionen ausleben und zumindest an den Schnipseln weiterarbeiten, die ich zusammenhabe.
Vielleicht aber auch nicht. Dieses Schreiben hat allein schon gereicht, um das Grau der Straßen mit einem satten Gelb zu fluten. Da hält mich nicht mehr viel hier drinnen.